Mittwoch, 25. Juni 2014

Instabilitaet-DRUG-Diagnostik

Weiterhin stellt die Instabilität im DRUG eine diagnostische Herausforderung dar. Von der Vielzahl klinischer und radiologischer Verfahren ist keines perfekt. Die Verdachtsdiagnose wird durch die klinische Untersuchung im Seitenvergleich, die aber viel Erfahrung und ein langes Training erfordert, erhärtet. Das Ulna-Fovea-Zeichen, der dorso-palmare-stress-Test und der Press-Test zeigen von allen Untersuchungen die besten Ergebnisse.
Von den radiologischen Verfahren ist nach dem Nativ-Röntgen mit exakter Einstellung die CT massgeblich.
Spies et al. geben in der aktuellen HaMiPLa (3/2014) eine Übersicht über alle Verfahren mit einer kritischen Bewertung, sowohl der klinischen als auch radiologischen Untersuchungen.
Die Instabilität des distalen Radioulnargelenks – Zur Wertigkeit klinischer und röntgenologischer Testverfahren – eine Literaturübersicht
Handchir Mikrochir plast Chir 2014; 46(03): 137-150
DOI: 10.1055/s-0033-1363662

Freitag, 28. März 2014

Ring entfernen

Jeder kennt das Problem. Handverletzung und der Ring am Finger steckt noch. Was tun ?
Natürlich kann man den Ring absägen. Kräftig Einseifen und dann versuchen den Ring zu entfernen.
Die meisten Erfolge hatte ich mit der retrograden Wickeltechnik. Man wickelt mit einem Faden den Finger von distal nach proximal aus, zieht dann den Fäden proximal unter den Ring und kann dann durch abwickeln den Ring nach distal mitnehmen.
Ich freue mich auf weitere Vorschläge und Ideen.

Sonntag, 26. Januar 2014

shake or bump

Das Händeschütteln ist in westlichen Ländern ein verbreitetes Ritual für die Begrüßung. Es ist aber auch bekannt, dass der Händedruck zur Begrüssung ein häufiger Übertragungsweg für Infektionen ist. Auch die in letzter Zeit in den Focus der Aufmerksamkeit geratene Händedesinfektion zur Vermeidung von Infektionen, ändert daran wenig. Häufig sind sich Menschen überhaupt nicht bewusst, dass sie Infektionsquellen wie Mund, Nase oder Taschentücher berührt haben. Die konsequente Vermeidung des Handschlags in der täglichen Praxis führt aber offensichtlich bei vielen Patienten zur Irritation.
Ob der Vorschlag aus dem Journal for Hospital Infection:
"Reducing pathogen transmission in a hospital setting. Handshake verses fist bump: a pilot study"
die Situation verbessert, kann ich nicht beurteilen. Es wird schwierig sein, den Patienten jenseits der 30 Jahre den "fist bump" näher zu bringen. Sicher ist aber, dass neben sorgfältiger Händereinigung, eine konsequente Vermeidung von Keimkontakt die Infektrate verringern kann.

Dienstag, 21. Januar 2014

Risiko

Statistiken und Risikoabschätzungen sind bei Ärzten und Patienten nicht beliebt. Auf beiden Seiten herrscht häufig reges Unverständnis über diagnostische Sicherheit, Therapieerfolg oder Rezidivwahrscheinlichkeit. Leider werden statistische Werte wie p-Wert, Sensivität, Spezifität häufig falsch verstanden oder aber bewusst fehlinterpretiert. Mit dem Unterschied zwischen relativen und absoluten Heilungsraten wird bewusst getäuscht. Der Einfluss der Prävalenz wird häufig nicht berücksichtigt.
Verwirrt ?
Um die eigene Risikokompetenz zu testen empfehle ich den Test auf der Seite des Harding-Center für Risk Literacy:
Risiko-Quiz
Von dort aus kann man sich dann weiter hangeln, um seine Kompetenz in Bezug auf Bewertung von Studien weiter zu verbessern. Auch lesenswert die Unstatistik des Monats und die Faktenboxen.
Ich finde, dass man danach viele Meldungen über vermeintliche Therapieerfolge in einem ganz anderem Licht sieht. Viel Spass beim Lesen. Freue mich über Rückmeldungen

Sonntag, 24. November 2013

Strecksehne Endglied

Strecksehnenverletzungen an den Endgelenken der Finger (Mallet-Finger, Drop-Finger) sind sehr häufig. Immer wieder sehen wir Patienten, die mit der Frage der operativen Therapie zu uns kommen. Speziell wenn die initiale konservative Therapie fehlgeschlagen ist.
Die Therapie sowohl der frischen als auch der alten Strecksehnenverletzung besteht in der konsequenten Ruhigstellung in einer gut angepassten Schiene. Wichtig ist, dass das Endgelenk in Streckung, aber nicht Überstreckung steht. Das Mittelgelenk des betroffenen Fingers muss frei beweglich bleiben. Während der gesamten Behandlungsdauer darf der Finger im Endgelenk nicht gebeugt werden, da sonst die Sehnennarbe immer wieder aufreisst. Deswegen ist es wichtig, dass der Patient lernt den Finger zu pflegen, ohne ihn zu beugen.
Wenn nach 8-wöchiger konsequenter Ruhigstellung noch ein Streckdefizit besteht, wird empfohlen den Finger erneut für 6- 8 Wochen in einer gut angepassten Schiene ruhigzustellen. Sowohl fremde als auch eigene Untersuchungen belegen den Erfolg dieses Vorgehen.

Freitag, 11. Oktober 2013

Newsletter-Handbriefe

In einzelnen Beiträgen hatte ich die Handbriefe, unseren handchirurgischen Kurzinformationsbrief schon angesprochen. Ich finde sie viel zu gut, als dass sie immer nur auf unserer Klinik Webseite ihr Dasein fristen. Daher gibt es jetzt links einen direkten Link dorthin
Handbriefe
Bisher bearbeitete Themen:

>> Mukoidzyste - Weichteiltumor der Hand
>> Radiusköpfchenfrakturen
>> Chronische Instabilität im Distalen Radioulnargelenk (DRUG)
>> Angeborene Fehlbildungen
>> Seltene Nervenkompressionssyndrome
>> Lunatumnekrose ( 100 Jahre Morbus Kienböck)
>> Fehlverheilte Radiusfraktur und CRPS
>> Endoskopisch assistierte Dekompression des Nervus ulnaris
>> Dupuytrensche Erkrankung
>> Handgelenkarthrose
>> Die operative Therapie der Rhizarthrose
>> Akutes Kalksalzdepot der Hand
>> Injektionstherapie der Tendovaginosis stenosans
>> Skaphoidfraktur
>> Ulnokarpaler Komplex (TFCC)
>> Strecksehnenruptur (Hammerfinger, Mallet- Finger, Drop- Finger)

Viel Spass beim Lesen.

Handtherapie

Was hab ich die ganze Zeit vergessen ? Die Handtherapie ! Nein natürlich nicht wirklich, da ich in vielen Beiträgen auf die grosse Bedeutung der Handtherapie für die Handchirurgie eingegangen bin. Aber das aktuelle Zusammentreffen mit vielen "alten" und "neuen" Handtherapeuten auf der gemeinsamen Tagung in Düsseldorf soll mir Anlass sein, dieses Thema ab jetzt und in Zukunft noch mehr zu betonen.
Was sind Handtherapeuten ?
Das sind Ergo- oder Physiotherapeuten die nach einer umfangreichen zusätzlichen Ausbildung besondere Fähigkeiten in der Handrehabilitation aufweisen.
Die DAHTH hat zusammen mit der DGH und der EFSHT eine gemeinsame Weiterbildung zum Handtherapeuten entwickelt.
Um es kurz zusammenzufassen: ohne qualifizierte Rehabilitation ist keine handchirurgische Therapie möglich. Ich freue mich auf reichliche Kommentare und Anregungen auch von Seiten der Handtherapeuten, von denen es offensichtlich schon bis jetzt passive Mitleser des Blogs gibt
Wen es speziell interessiert, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie erreicht man so :
DAHTH
Ein Permalink wurde in meiner Linkleiste links eingepflegt.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Daumen und Zeigefinger beugen gemeinsam

Ein besonderes Phänomen scheint vielen Handchirurgen offensichtlich nicht bekannt zu sein. Wenn der Patient versucht das Endglied des Daumen zu beugen, bewegt sich auch das Endglied des Zeigefingers. Eine isolierte Beugung ist nicht möglich. Diese erstmals von Linburg und Comstock 1979 beschriebene anatomische Variante ist in der Regel relativ harmlos. Es handelt sich um eine sehnige Verbindung zwischen der Beugesehne des Zeigefingers und der langen Daumenbeugesehne. Die meisten Patienten bemerken diese überhaupt nicht. In meinen Untersuchungskursen für Studenten finden sich in der Regel in jedem Kurs ca. 10- 20 % ,die diese Veränderung haben. Verletzungen, insbesondere Überstreckung des Daumens können zu schmerzhaften Entzündungen dieser sehnigen Verbindungen führen.
In der Regel muss man die Veränderung nicht therapieren. Wenn aber Schmerzen auftreten oder die Bewegungseinschränkung stört, dann kann man die Sehnenstreifen entfernen.

Donnerstag, 12. September 2013

Krallenhand

Die sogenannte Krallenhand ist eine Folge der Lähmung des Ellennerv (N. ulnaris). Durch die fehlende Innervation der Handbinnenmuskulatur kommt es zu einer Überstreckung der Finger im Grundgelenk mit zunehmender Beugung im Mittel- und Endgelenk. Zusätzlich ändert sich das Bewegungsmuster der Finger. Da die Grundgelenke nicht mehr bei Beginn der Greifbewegung gebeugt werden können, kommt es zu einer funktionell ungünstigen Bewegung. Die Finger rollen von distal nach proximal ein. Dies führt dazu, dass Gegenstände nicht mehr gegriffen werden können , sondern quasi in die Hohlhand geschoben werden. Die Funktion der Hand ist stark eingeschränkt.
Eine relativ einfache Lösung stellt die sogenannte Zancolli-Lasso Plastik dar. Hierbei werden zwei oberflächliche Fingerbeuger entnommen und in die Ringbänder der Finger eingenäht. Dies erhöht die Spannung auf die Grundgelenke und ersetzt die fehlende intrinsische Muskulatur.
Diese Operation ermöglicht den Patienten postoperativ eine bessere Handfunktion. Gegenstände können ergriffen werden, ohne sie wegzuschieben.

Montag, 20. Mai 2013

Ringbandspaltung

eine problemlose Prozedur ?
Der Schnappfinger, schnellender Finger, Tendovaginosis stenosans, ist eine häufige Erkrankung. Es existieren verschiedene Therapieansätze. Konservativ wird neben Ruhigstellung ein Injektion von Kortison in die Sehnescheide empfohlen.
Die Operation gilt als einfach und gefahrlos.
In einer 2012 veröffentlichten Studie von 100 Patienten konnten wir zeigen, dass trotz der relativ komplikationsarmen Operation doch Probleme auftreten können. In diesem Patientgut zeigten sich insgesamt in 7 Fällen von 100 Komplikationen. Neben 2 Wundinfektionen und 2 CRPS sowie 1 zeitweiligem Nervenproblem mussten 2 Patienten wegen erneutem Schnappen nochmalig operiert werden.
Besonders auffallend in dieser Studie, die bis zur Beschwerdefreiheit aller Patienten druchgeführt wurde, war die Tatsache, dass viele Patienten bis zu 6 Wochen über Schwellungen, Bewegungseinschränkungen, Narbenschmerzen und Bewegungsschmerz berichteten. In einigen Fällen war daher eine intensive physiotherapeutische Behandlung notwendig.
Die Ringbandspaltung ist in der Hand des erfahrenen Operateurs eine relativ sichere Operation mit geringer Komplikationsquote. Trotzdem darf die Zeitdauer der postoperativen Beschwerden im Einzelfall nicht unterschätzt werden und Bedarf qualifizierter Behandlung.

Dienstag, 19. Februar 2013

Handpflege

Dieser intelligente Beitrag vom TED Forum hilft bei der Pflege der Hand und schont die Umwelt, weil der Verbrauch an Papier verringert wird.
Joe Smith How to use a paper towel

Dienstag, 12. Februar 2013

Lumbricalis-plus

Die Mm. lumbricales sind kleine sehr variable Muskeln der Hohlhand. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie ihren Ursprung nicht von den Knochen nehmen, sondern von der tiefen Beugesehne (Flexor pollicis longus) entspringen.Ihre Funktion besteht in einer Beugung der Grundgelenke der Finger sowie einer Streckung der Mittel und Endgelenke. SIe sind mit einer Vielzahl von propriozeptiven Rezeptoren besetzt. Daher wird ihnen eine wesentliche Rolle in der Steuerung der Handbwegung zugeschrieben.
Wenn die tiefe Beugesehne zwischen Ursprung der Lumbrikales und dem Ansatz am Endglied zu lang ist oder aber durchtrennt ist, kann es zum Lumbrikalis-Plus Phänomen kommen. Bei seinen Bemühungen den Finger zu beugen, streckt der Finger sich im Mittelgelenk.
Diese Phönomen ist nach Beugesehnenverletzungen nicht selten. Wird es vom Untersucher nicht richtig erkannt, können für den Patienten unsinnige Operationen resultieren.
Zur Vermeidung eines Lumbrikalis-Plus bei der zweizeitigen Beugesehnenplastik, sollte schon beim ersten Eingriff die Lumbrikalis Sehne durchtrennt werden.

Samstag, 26. Januar 2013

Tenolyse

Verletzungen führen häufig zu Sehnenverwachsungen. Durch rechtzeitige und zielgerichtete Therapie nach einer Verletzung können Verwachsungen vermieden werden. Leider sind Bewegungseinschränkungen mit erheblicher Funktionsminderung sehr häufig. Wenn die Rehabilitation der Hand nicht zum Erfolg führt, dann ist eine operative Therapie (Tenolyse) notwendig.
In einem Video aus dem Jahre 2002 werden die Grundlagen zum Thema Tenolyse erläutert:

Video von der DAH Tagung in Wien 2002

Sonntag, 14. Oktober 2012

Alltägliche Erkrankungen des Handgelenks

Hier der Link auf die Präsentation anlässlich de
17. Heidelberger Tages für Allgemeinmedizin
Präsentation mit Prezi

Danke an Wolfgang für den Hinweis auf den verkehrten Link.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

MRT und TFCC

Ist bei Verdacht auf Verletzung des ulnokarpalen Komplex (TFCC) immer ein Kernspin (MRT) erforderlich?
DIe MRT hat in kontrollierten Studien in spezialisierten Zentren ihren Wert für die Diagnostik der Verletzungen des TFCC bewiesen.
Von der Anwendung der MRT in der täglichen klinischen Routine müssen wir auf Basis unserer letzen Untersuchung jedoch abraten.
Bei der Analyse der MRT im Vergleich mit der MRT von mehr als 400 Patienten zeigte sich in nicht spezialisierten Praxen eine Sensivität von 69% und eine Spezifität von 60 %. Konkret bedeutet dies, dass von 299 arthroskopisch gesicherten TFCC Läsionen nur 206 im MRT erkannt wurden. Von 62 unauffälligen TFCC wurden im MRT nur 37 als intakt bewertet, 25 jedoch als geschädigt.
Als Fazit sollte die MRT-Diagnostik nicht als Screening-Untersuchung durchgeführt werden.
Wertigkeit der MRT hinsichtlich TFCC-Läsionen außerhalb klinischer Studien

Handchirurgie

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